Über uns ·
Nachhaltigkeit
Als Bauunternehmen im Tief- und Umbau gestalten wir mit unserer Arbeit Infrastruktur, die über Jahrzehnte wirkt – auf Menschen, Umwelt und Regionen. Nachhaltigkeit ist für die Esslinger AG deshalb kein Zusatz, sondern Teil unseres Qualitätsverständnisses: von energieeffizienter Technik auf unseren Baustellen über eine konsequente Kreislaufwirtschaft bis hin zu hohen Standards bei Arbeitssicherheit und Gesundheit. Wie wir diesen Anspruch konkret umsetzen und wo wir uns weiter verbessern wollen, zeigen wir transparent in unserem Nachhaltigkeitsbericht. Sie finden ihn hier als Webversion oder zum Herunterladen als PDF.
Nachhaltigkeitsstatement der Geschäftsführung
Als Bauunternehmen im Tief- und Umbau gestalten wir täglich Infrastruktur, die über Jahrzehnte wirkt – auf Menschen, Umwelt und Regionen. Nachhaltigkeit ist für die Esslinger AG daher kein Zusatz, sondern Teil unseres Qualitätsverständnisses. Wir wollen Bauleistungen liefern, die wirtschaftlich überzeugen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit Energie, Ressourcen und Risiken umgehen. Dazu zählt für uns die konsequente Einhaltung aller relevanten externen Vorgaben, vom Umweltrecht über Arbeitsschutzanforderungen bis hin zu vertraglichen und regulatorischen Erwartungen unserer Auftraggeber. Nachhaltigkeit ist zudem ein zunehmend wichtiger Wettbewerbsfaktor: Wer heute verlässlich, effizient und transparent arbeitet, wird morgen die Projekte gewinnen. Mit diesem Bericht wollen wir zeigen, wo wir stehen, was wir bereits leisten und wo wir uns weiter verbessern.
Wir wissen, dass unsere Branche energieintensiv ist und auf Baustellen erhebliche Emissionen durch Maschinen, Transporte und Materialeinsatz entstehen können. Umso wichtiger sind klare Prioritäten: Wir setzen konsequent auf moderne, energieeffiziente Technik und eine vorausschauende Einsatzplanung, um Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu reduzieren. Im Sozialen ist Arbeitssicherheit unser Massstab: Prävention, Schulungen und klare Verantwortlichkeiten sollen sicherstellen, dass jede Person gesund nach Hause kommt. Governance bedeutet für uns Transparenz, Compliance und messbare Ziele inklusive einer offenen Fehlerkultur.
Wir möchten Nachhaltigkeit noch stärker in Entscheidungen und der Bauausführung verankern. Dazu bauen wir Kennzahlen und Datengrundlagen weiter aus, um Fortschritte bei Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen, Materialkreisläufen und Sicherheitsleistung belastbar zu messen. Wir wollen partnerschaftlich mit unseren Kunden und Lieferanten Lösungen entwickeln, die Qualität, Wirtschaftlichkeit und Umweltwirkung zusammenbringen. Hierzu machen wir Erfolge sichtbar, benennen Handlungsfelder transparent und berichten künftig regelmässig über Fortschritte. Unser Anspruch ist klar: Die Esslinger AG soll auch morgen ein verlässlicher, moderner und verantwortungsbewusster Baupartner sein und unser erster Nachhaltigkeitsbericht ist ein wichtiger Meilenstein auf dieser Mission.

Allgemeine Informationen
Grundlagen der Erstellung
Dieser Bericht orientiert sich am freiwilligen Standard für Nachhaltigkeitsberichterstattung von nicht kapitalmarktorientierten KMU (VSME), der am 17. Dezember 2024 von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) veröffentlicht wurde. Eine gesetzliche Verpflichtung für die Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen besteht für die Esslinger AG nicht.
Der vorliegende Bericht wurde für den Zeitraum 01.01.2025 bis 31.12.2025 erstellt und berücksichtigt die Organisationsgrenzen der Esslinger AG. Zuständig für die Erstellung des Berichts war die Geschäftsführung, die Freigabe erfolgte durch die Delegierte des Verwaltungsrats.
Umfang des Berichts und offengelegte Informationen
Der Bericht bildet alle Basismodule des VSME-Standards und ergänzende Angaben aus ausgewählten Zusatzmodulen ab, deren Relevanz im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse im Geschäftsjahr 2025 unter Berücksichtigung des internen und externen Kontextes des Unternehmens erhoben wurde.
Unsere Nachhaltigkeitsberichterstattung befindet sich teilweise noch im Aufbau. Vereinzelt sind daher im Bericht die derzeitigen Entwicklungen des Unternehmens im Hinblick auf die Anforderungen des VSME-Standards entsprechend erläutert. Parallel legen wir in diesem Bericht eine Vielzahl von Informationen offen, welche über die Anforderungen des VSME-Standards hinaus gehen. Unser Ziel ist es, relevante Informationen zu ökologischen, sozialen und Governance Themen bereitzustellen, die für unsere Auftraggeber, Geschäftspartner, Mitarbeitenden und weiteren Stakeholder von Bedeutung sind. Mit diesem Bericht möchten wir Transparenz über unsere Nachhaltigkeitsleistungen schaffen und unser Engagement für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln dokumentieren.
Der VSME-Index referenziert die Inhalte des Berichts auf die entsprechenden Module des VSME-Standards.
Unternehmensportrait
Die Esslinger AG mit Sitz in Brüttisellen ist ein Bauunternehmen mit Schwerpunkt Tiefbau und Umbau. Das Unternehmen realisiert Projekte für öffentliche und private Auftraggebende in der Schweiz, von der Ausführung klassischer Strassen- und Leitungsbauarbeiten bis hin zu komplexen Umbauvorhaben im Bestand. Ein weiterer Kernbereich ist die rasche und zuverlässige Ausführung von Piketteinsätzen bei Störungen an Werkleitungen und Infrastrukturen. Zum Leistungsportfolio gehören zudem die fachgerechte Baustellenlogistik, der Einsatz von Maschinen und Geräten, die Koordination von Lieferanten und Subunternehmern sowie die Umsetzung projektbezogener Anforderungen an Umwelt- und Arbeitsschutz. Esslinger arbeitet entlang der gesamten Projektabwicklung, von der Arbeitsvorbereitung über die Bauausführung bis zur Abnahme und stellt dabei sicher, dass Qualität, Sicherheit, Termine und Kosten im Gleichgewicht bleiben. Die Wertschöpfungskette umfasst insbesondere Materialbeschaffung und -transport, Bauausführung und Instandsetzung, das Management von Aushub- und Bauabfällen sowie Dokumentations- und Nachweispflichten gegenüber Auftraggebenden und Behörden.

Der Markt ist geprägt von hohen Anforderungen an Qualität, Arbeitssicherheit, Umweltstandards und Nachvollziehbarkeit, zugleich von zunehmendem Kosten- und Termindruck. Gleichzeitig steigt die Bedeutung nachhaltiger Lösungen, etwa durch energieeffiziente Baustellenprozesse, moderne, emissionsärmere Technik, ressourcenschonenden Materialeinsatz und eine professionelle Wiederverwertung von Aushub- und Baustoffen. Esslinger positioniert sich in diesem Umfeld als moderner, leistungsfähiger Partner, der technische Kompetenz mit klaren Prozessen und regelkonformer Umsetzung verbindet. Durch die systematische Verankerung in Managementsystemen (u.a. Qualität, Umwelt und Arbeitssicherheit) und die enge Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten und Entsorgern schafft Esslinger die Grundlage für belastbare Leistungen, transparente Projektabwicklung und kontinuierliche Verbesserung, sich in diesem Umfeld als moderner, leistungsfähiger Partner, der technische Kompetenz mit klaren Prozessen und regelkonformer Umsetzung verbindet.
Die Prozesse und die Bauausführung sind in einer klaren Organisation verankert: Unter der Geschäftsführung sind zentrale Funktionen wie Arbeitssicherheit, Finanzen und Personal sowie QM/UM-Themen angesiedelt. Die operative Leistung wird über Bauführungen und den Werkhof gesteuert.

Unser Organigramm
Unsere Zertifizierungen
Unsere Zertifizierungen sind ein zentraler Bestandteil unseres Anspruchs an Qualität, Sicherheit und Umweltverantwortung. Die Esslinger AG ist nach ISO 9001:2015 zertifiziert und stellt damit sicher, dass Prozesse konsequent geplant, gesteuert und kontinuierlich verbessert werden. Unser oberstes Ziel ist es, Kundenanforderungen zuverlässig zu erfüllen. Mit der ISO 14001:2015 verankern wir ein systematisches Umweltmanagement: Wir minimieren ökologische Risiken, nutzen Ressourcen effizient und verbessern unsere Umweltleistung fortlaufend. Die ISO 45001:2018 unterstreicht unseren Fokus auf Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Sie hilft uns, Risiken frühzeitig zu erkennen, Unfälle zu vermeiden und sichere Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeitenden zu schaffen. Unsere Zertifizierungen sind damit nicht nur ein Nachweis, sondern ein Versprechen: Wir arbeiten strukturiert, verantwortungsbewusst und entwickeln uns kontinuierlich weiter, für eine sichere, nachhaltige und qualitätsorientierte Zukunft.

Nachhaltigkeitsstrategie
Die Nachhaltigkeitsstrategie der Esslinger AG baut auf einem Fundament auf, das seit Jahrzehnten in der Unternehmensführung verankert ist: Unsere Managementsysteme für Qualität, Umwelt sowie Arbeitssicherheit und Gesundheit sind seit langem etabliert und prägen die tägliche Steuerung unserer Prozesse, von der Arbeitsvorbereitung bis zur Bauausführung. Dadurch sind Umwelt- und Sozialkennzahlen nicht neu, sondern seit Jahren Bestandteil unseres Managements: Wir erfassen relevante Daten, nutzen sie zur Planung und Kontrolle und entwickeln Massnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung fortlaufend weiter.
Im Jahr 2025 haben wir unsere Herangehensweise nochmals geschärft und eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Dabei wurden sowohl der interne Kontext (z.B. Prozesse, Risiken, Kompetenzen) als auch externe Faktoren (z.B. regulatorische Anforderungen, Erwartungen von Kunden und Stakeholdern, Markttrends) berücksichtigt. Aus diesem Prozess leiten wir drei zentrale Handlungsfelder ab: Klimawandel und Treibhausgase, Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft sowie Arbeitssicherheit und Gesundheit. Diese Handlungsfelder bilden den Rahmen für Zielsetzungen, Massnahmen und die transparente Kommunikation unserer Fortschritte.
Klimawandel
Relevant durch Klimaregulierung, Ausschreibungsanforderungen und Kosten-/Lieferkettenrisiken.
Managementansatz: Emissionen systematisch erfassen, Verantwortlichkeiten klar zuordnen und über Kennzahlen steuern. Auf Basis der THG-Bilanz werden Prioritäten gesetzt, Ziele abgeleitet und Fortschritte transparent berichtet.
Kreislaufwirtschaft
Relevant durch Umweltrecht, Kundenanforderungen sowie Material- und Entsorgungskosten.
Managementansatz: Ressourceneinsatz entlang der Projektabwicklung planbar machen, Stoffströme transparent führen und Kreislauffähigkeit als Qualitätskriterium verankern. Steuerung erfolgt über Prozesse, Kennzahlen und Partner in der Wertschöpfungskette.
Arbeitssicherheit und Gesundheit
Relevant durch Arbeitsschutzrecht, Haftungs- und Ausfallrisiken sowie Ausschreibungskriterien.
Managementansatz: Sicherheit als Führungsaufgabe mit operativer Verantwortung in Linie und Projektorganisation, regelmässige Kommunikation und Lernen aus Ereignissen. Systematische Risikobewertung, Zielverfolgung und Wirksamkeitsprüfung sind integriert.
Nachhaltigkeitspraktiken und -richtlinien
Die Gesamtverantwortung für Nachhaltigkeit liegt bei der Geschäftsführung. Der Verwaltungsrat wirkt als Kontrollorgan an Entscheidungen mit. In der Umsetzung wirken insbesondere HR, der mittlere Kader mit Leitungsfunktionen, die Baustellenführung, der Werkhofleiter sowie definierte Rollen wie der Sicherheitsbeauftragte mit. Nachhaltigkeit ist bei der Esslinger AG weniger über starre Richtlinien formalisiert, sondern wird flexibel und integriert in die bestehende Führungs- und Projektsteuerung eingebunden. Das schafft Spielraum, um je nach Projekt, Risiko- und Anforderungslage pragmatisch zu handeln und Massnahmen schnell umzusetzen. Der Austausch zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen erfolgt regelmässig und bedarfsorientiert, etwa in halbjährlichen Kader-Rapports, Bauführer-Treffen und SGA-Treffen. Akute Fragestellungen werden zusätzlich in wöchentlichen Abstimmungen zwischen Kaderfunktionen und Baustellenleitung kurzfristig adressiert und entschieden.

«Nachhaltigkeit bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen, für unsere Mitarbeitenden, unsere Kunden und die Umwelt. Als Schweizer Familienunternehmen denken wir generationenübergreifend und setzen auf nachhaltige Bauweisen, einen bewussten Ressourceneinsatz sowie klare Richtlinien, die ökologisches, wirtschaftliches und soziales Handeln miteinander verbinden. So schaffen wir Werte, die Bestand haben, heute und für kommende Generationen.»

Umweltinformationen
Für die Esslinger AG ist Umweltschutz untrennbar mit professioneller Bauausführung verbunden. Die Einhaltung von Umweltanforderungen und gesetzlichen Vorgaben hat für uns hohe Priorität und ist selbstverständlich – auf der Baustelle genauso wie in der Arbeitsvorbereitung und Beschaffung. Insbesondere die Themen Energie und Treibhausgase sowie Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft sind für uns hinsichtlich der Umweltwirkung im Baugewerbe ein wichtiger Hebel. Um einen möglichst positiven Beitrag zu leisten, nutzen wir dort, wo es sinnvoll ist, modernste und energieeffiziente Technik und optimieren Abläufe, Logistik und Materialeinsatz. Etwa durch saubere Trennung, Wiederverwendung und Recycling von Materialien. Zudem bringen wir das Thema Umweltschutz aktiv in Angebote und Ausschreibungen ein, zum Beispiel durch regionale Beschaffung und kurze Lieferketten.
All diese Themen werden in unserem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 gebündelt und systematisch gesteuert. Die Gesamtverantwortung für das Managementsystem liegt bei der Geschäftsführung. Die projektspezifische Umsetzung auf den Baustellen verantwortet die Projektleitung, die operative Anwendung im täglichen Baubetrieb erfolgt durch das Bau-
stellenpersonal.
Energie & Treibhausgase
Bei der Esslinger AG hat das Thema Energie und Treibhausgase vor allem dort die höchste Bedeutung, wo der grösste Verbrauch entsteht: auf der Baustelle. Über 96% unseres Energieeinsatzes entfallen auf mobile Anwendungen, insbesondere auf dieselbetriebene Grossmaschinen sowie auf Transportfahrzeuge im täglichen Baustellenbetrieb.
Regulatorisch prägen insbesondere Vorgaben aus dem Umwelt- und Energierecht sowie Anforderungen aus Ausschreibungen und Projektvorgaben unseren Handlungsspielraum. Dazu zählen Vorgaben zur Energieeffizienz und zur Einhaltung von Grenzwerten (z.B. für Abgase/Luftreinhaltung) sowie die korrekte Dokumentation gegenüber den Auftraggebern.
Umsetzung im Betrieb und auf den Baustellen
Zur Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen setzen wir bereits heute zahlreiche Massnahmen konsequent im Betrieb und auf den Baustellen um. Für den Gebäudebetrieb bezieht das Unternehmen über einen Grünstromvertrag gemäss Versorgernachweis 100% regenerative Energie, ergänzt durch eine Photovoltaik-Anlage die am gemeinsamen Standort der Esslinger AG & Barizzi AG betrieben wird; diese hat im Berichtsjahr 20,5 MWh Strom generiert, wovon 2 MWh in das Stromnetz eingespeist wurden. In Büro und Werkhof kommt flächendeckend LED-Beleuchtung mit Sensorik zum Einsatz. Für den Fuhrpark und weitere Fahrzeuge stehen eigene E-Ladepunkte zur Verfügung. Die Wärmeversorgung wurde zusätzlich durch eine in 2021 nachgerüstete Wärmepumpe effizienter gestaltet. Obwohl die Gebäude energetisch bereits auf einem hohen Niveau sind, wurden im Jahr 2025 Smart Meter installiert, um Verbräuche transparent zu machen und weitere Optimierungspotenziale datenbasiert zu identifizieren. Den grössten Hebel sehen wir im Baustellen- und Maschinenbetrieb. Bei Neuanschaffungen wird gezielt in moderne, effizientere Technik investiert: Ein jüngst beschaffter Bagger war zwar deutlich teurer, reduziert aber den Kraftstoffverbrauch um rund 10% mit positivem Effekt auf Umwelt und langfristige Kostenkalkulation. Kleinere Baumaschinen sind bereits seit mehreren Jahren rein elektrisch im Einsatz. Zur effizienten Mobilität zwischen Baustellen werden den Bauführern zudem E-Bikes zur Verfügung gestellt. Auch bei der Baustelleninfrastruktur werden umweltfreundliche Lösungen umgesetzt: Ein neuer Mannschaftscontainer betreibt Licht, Kühlschrank und Heizung über Photovoltaik.
Ergänzend tragen Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft zur Emissionsminderung bei. Durch den Einsatz von Recyclingbeton und RC-Kies sowie eine hohe Recyclingquote werden materialbezogene Emissionen dort reduziert, wo dies technisch und projektspezifisch möglich ist. Partnerschaften mit lokalen Lieferanten und Entsorgern unterstützen die Weiterentwicklung und Schliessung von Stoffkreisläufen. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Kreislaufwirtschaft.
Insgesamt sind Energie und THG bei der Esslinger AG als laufender Verbesserungsprozess verankert. Die Steuerung erfolgt über Kennzahlen, und die Wirksamkeitsprüfung wird im integrierten Umweltmanagementsystem dokumentiert und im Rahmen interner Prozesse sowie externer Audits überprüft.

Energiebilanz
Insgesamt wurden im Berichtsjahr 2‘076,9 MWh Energie durch die Esslinger AG verbraucht. Davon entfallen 68,3 MWh (3%) auf elektrische Energie und 2‘008,6 MWh auf Brennstoffe. Ein wesentlicher Treiber sind Brennstoffe in unserem Fuhrpark, die rund 96% des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen. Da unsere Baumaschinen derzeit noch überwiegend fossil angetrieben werden, liegt der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch bei 3,3%. Wir prüfen kontinuierlich, welche technischen und wirtschaftlichen Optionen am Markt verfügbar sind, um unseren Fuhrpark noch effizienter und mit Blick in die Zukunft auch hinsichtlich weiterer Anwendungen elektrisch betreiben zu können. Zur Steigerung der Transparenz werden Gesamtbilanz sowie Baustellen und Büro & Werkhof getrennt ausgewiesen.

Hintergrundinformationen
Die Energiebilanz wurde auf Basis vorhandener Nachweise (z.B. Abrechnungen, Zählerstände, Belege) erstellt. Die erfassten Energieverbräuche wurden geprüft und plausibilisiert. Die Datensammlung erfolgte getrennt nach Büro & Werkhof, Fuhrpark sowie den einzelnen im Geschäftsjahr ausgeführten Baustellen. In den Angaben zur Energiebilanz sind lediglich die anteiligen Energieverbräuche der Esslinger AG enthalten, weitere Energieverbräuche der Barizzi AG auf dem gemeinsamen Betriebsgelände sind nicht berücksichtigt.
Treibhausgasbilanz
Die Treibhausgasbilanz wurde im Rahmen dieses Berichts erstmals erstellt. Scope 1 umfasst die direkten Emissionen aus dem Betrieb und beträgt insgesamt 534,1 t CO₂e. Der grösste Anteil entfällt auf die mobile Verbrennung von Kraftstoffen im Fuhrpark (99,8% / 533,1 t CO₂e), weitere 0,2% (1,0 t CO₂e) entfallen auf die Gas-Thermik am Standort Brüttisellen. Scope 2 umfasst die indirekten Emissionen aus eingekaufter Elektrizität für Baustellen sowie Büro & Werkhof. Im marktbasieren Ansatz umfassen die Emissionen insgesamt 0,1 t CO₂e. Diese stammen vollständig aus dem Strombezug auf unseren Baustellen, bei welchen wir zur Ermittlung der Emissionen den Schweizer Strommix zugrunde gelegt haben. Am eigenen Standort entstehen keine Emissionen, da der hier 100%-Grünstrom bezogen und weitere Strom über die eigene PV-Anlage erzeugt wird. Beim standortbasierten Ansatz ist gem. GHG-Protokoll auch für den Strombezug am Standort der Schweizer Strommix anzusetzen, demzufolge ergeben sich hier insgesamt 5,3 t CO₂e. Die Treibhausgasintensität in Scope 1 und Scope 2 beträgt 19,8 t CO₂e je 1 Mio. CHF Nettoumsatz. Weitere Emissionen in der vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette (Scope 3) wurde bisher nicht erhoben.
Verantwortung & Ausblick
Die Verantwortung für das Management der Emissionen liegt bei der Geschäftsführung, in enger Zusammenarbeit mit den Projektleitungen auf den Baustellen sowie dem Leiter des Werkhofs. Unser Anspruch an uns selbst, das Themenfeld Energie & Treibhausgase weiterzuentwickeln, ist hoch und bleibt dies auch. Geplant ist unter anderem der schrittweise Ausbau der Berichterstattung, um wesentliche Emissionstreiber noch systematischer zu erfassen, zu bewerten und gezielt zu reduzieren. Auf Basis der erstmals erstellten THG-Bilanz (Scope 1 und 2) möchten wir künftig konkrete, messbare Ziele ableiten und diese in die ope-
rative Steuerung integrieren. Die daraus entstehenden Massnahmen werden schrittweise umgesetzt und über Kennzahlen nachverfolgt, sodass Fortschritte und verbleibende Herausforderungen in den kommenden Berichten transparent und belastbar dargestellt werden können.

Hintergrundinformationen
Die Energiebilanz wurde auf Basis vorhandener Nachweise (z.B. Abrechnungen, Zählerstände, Belege) erstellt. Die erfassten Energieverbräuche wurden geprüft und plausibilisiert. Die Datensammlung erfolgte getrennt nach Büro & Werkhof, Fuhrpark sowie den einzelnen im Geschäftsjahr ausgeführten Baustellen. In den Angaben zur Energiebilanz sind lediglich die anteiligen Energieverbräuche der Esslinger AG enthalten, weitere Energieverbräuche der Barizzi AG auf dem gemeinsamen Betriebsgelände sind nicht berücksichtigt.

Klimarisiken
Die globale Erwärmung und die damit zunehmenden Klimarisiken wie häufiger auftretende Extremwetterereignisse beeinflussen auch die Baubranche. Die Esslinger AG ist ausschliesslich in der Schweiz tätig, überwiegend im Einzugsgebiet der Stadt Zürich. Daher sehen wir derzeit keine akuten Klimagefahren, die unseren Standort oder Projekte unmittelbar bedrohen. Dennoch ist es wichtig, saisonale Witterungsbedingungen wie starke Niederschläge, Hitzeperioden oder kurzfristige Wetterumschwünge laufend im Blick zu behalten. So können wir Bauabläufe vorausschauend planen, potenzielle Verzögerungen reduzieren und insbesondere gesundheitliche Risiken für unsere Mitarbeitenden auf den Baustellen frühzeitig mit geeigneten Massnahmen verhindern.
Klimaszenarioanalyse nach ISO 9001
Bereits seit 2024 ist die Berücksichtigung des Klimawandels im Qualitätsmanagement nach ISO 9001 verbindlich verankert. Vor diesem Hintergrund haben wir in den vergangenen Jahren potenzielle Klimagefahren systematisch identifiziert und bewertet. Als für unser Geschäft relevante Gefahren wurden dabei Hitze, Hochwasser und Orkan eingestuft. Die Bewertung erfolgte nach einem gängigen Risikomanagementansatz anhand einer Nominalskala (1–5) und berücksichtigt sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die potenzielle Schadenshöhe. Daraus ergibt sich für alle drei Klimagefahren zum aktuellen Zeitpunkt ein mittleres Risiko. Auf dieser Grundlage wurden bestehende Vorkehrungen überprüft und gezielt ergänzt, um negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb, die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden sowie die Umwelt zu vermeiden bzw. zu minimieren. Die Risikobewertung wird regelmässig aktualisiert, um neue lokale Entwicklungen frühzeitig zu berücksichtigen.
Unser Ansatz zur Handhabung von Klimagefahren
Eine zentrale Basis bildet unser seit Jahren etabliertes und kontinuierlich weiterentwickeltes Notfallkonzept sowie die entsprechende Notfallorganisation auf den Baustellen. Im Zuge der identifizierten Klimagefahren wurde das Konzept um zusätzliche Vorkehrungen erweitert. So stellt die Esslinger AG dem Baustellenpersonal in den Sommermonaten beispielsweise Wasser und Sonnenschutz zur Verfügung, um hitzebedingten Gesundheitsgefahren vorzubeugen. Wo möglich werden Arbeitszeiten flexibel an die Witterungsbedingungen angepasst, etwa durch frühere Arbeitsstarts bei angekündigten Hitzetagen, um Belastungsspitzen am Nachmittag zu reduzieren. Zudem wird das Risiko des Austrocknens von Baustoffen künftig projektspezifisch in der Baustellenorganisation berücksichtigt. Ergänzend wurden Mitarbeitende in einer Schulung für Klimagefahren und angemessene Notfallmassnahmen sensibilisiert, etwa das Sichern beweglicher Teile, die Prüfung kritischer Situationen und das geordnete Räumen von Baustellen in akuten Ereignisfällen, damit Prävention und Reaktionsfähigkeit wirksam im Baustellenalltag verankert bleiben.

Verschmutzung von Luft, Wasser & Boden
Wir richten uns nach den massgeblichen gesetzlichen Grundlagen und Verordnungen, insbesondere dem Umweltschutzgesetz (USG), der Luftreinhalte-Verordnung (LRV), dem Gewässerschutzgesetz (GSchG), der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo), der Altlasten-Verordnung (AltlV) sowie der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA). Darüber hinaus werden projektspezifische Anforderungen aus Ausschreibungen und die Abstimmung mit Auftraggebern konsequent berücksichtigt. In der Praxis liegt ein Schwerpunkt auf dem sachgemässen Umgang mit Gefahrstoffen, einer korrekten Entwässerung und Abwasserbehandlung sowie der ordentlichen Lagerung von Materialien und der fachgerechten Entsorgung von Abfällen. Nach aktueller Einschätzung im Rahmen unseres Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 gehen vom Baubetrieb der Esslinger AG keine signifikanten Risiken für eine Verschmutzung von Luft, Wasser oder Boden aus.
Umgesetzte Massnahmen
Nachfolgend sind Massnahmen dargestellt, welche wir bereits seit längerer Zeit im täglichen Baustellenbetrieb zur Vermeidung von Umweltauswirkungen auf Luft, Wasser und Boden umsetzen. Neue Massnahmen wurden im Berichtsjahr nicht ergänzt.
Lagerung
Für Gefahrstoffe werden auf Baustellen spezielle Container mit Auffangwanne eingesetzt. Für eine saubere Materiallagerung und Abfalltrennung nutzen wir im Baustellenbetrieb ein Mehr-Mulden-Konzept.
Prozesswasser
Wo erforderlich, werden Absetzbecken zur Neutralisation und Aufbereitung von Prozesswasser installiert.
Staub
Zur Reduktion von Staubemissionen kommt ein spezielles Unterdruckgerät zum Einsatz.
Sensibilisierung
Mitarbeitende sind zum Umweltschutz sensibilisiert und werden regelmässig, u.a. zum Umgang mit Gefahrstoffen, unterwiesen. Eingesetzte Drittunternehmen werden vor jedem Auftrag hinsichtlich grundlegender Umweltvorschriften und projekt-spezifischer Anforderungen
instruiert.
Notfallvorsorge
Für den Fall eines Austritts von Kraftstoffen sind auf Baustellen Notfallsets mit Bindemitteln verfügbar; ergänzend bestehen Notfallkonzepte inklusive Rufnummern und Ablaufplänen.
Sichtkontrolle & Wartung
Geräte und Maschinen werden vor jedem Einsatz durch eine Sichtprüfung kontrolliert und gemäss Wartungsplan mehrmals jährlich geprüft und gewartet.
Messungen
Messungen potenzieller Belastungen (z.B. bei belastetem Aushub) erfolgen bei Bedarf projektspezifisch durch Dritte. Der Zustand, Zufluss und Abfluss der Absetzbecken wird mittels digitaler Sensorik überwacht, welche bei Missständen eine Warnmeldung auslöst. Weitere Echtzeitmessungen von Luft-, Wasser- oder Bodenbelastungen sind nicht etabliert und werden seitens der Auftraggeber nicht gefordert.

Wirkungskontrolle und kontinuierliche Sensibilisierung
Die Einhaltung der Umweltvorgaben wird regelmässig, auch unangekündigt, durch interne Audits sowie externe Prüfungen (z.B. Behörden, Auftraggeber, Zertifizierer) kontrolliert. Erkenntnisse aus Audits fliessen in die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Umweltmanagementsystems und unserer Massnahmen zum Schutz von Luft, Wasser und Boden ein. Auch künftig sind weitere zielgruppenspezifische Schulungen sowie die Fortführung regelmässiger Unterweisungen vorgesehen, um Aufmerksamkeit und Handlungssicherheit beim Thema Umweltschutz bei allen Mitarbeitenden hochzuhalten und weiter zu schärfen.
Biologische Vielfalt
Wir setzen projektspezifische Anforderungen an die Biodiversität und den Artenschutz konsequent um. Dazu gehören je nach Projekt Massnahmen wie der Schutz gefährdeter Tiere im Baustellenbereich sowie Baum- und Gewässerschutz. Gleichzeitig ist unser Einfluss auf biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen im Baustellenbetrieb oft begrenzt, da Ziele und Vorgaben überwiegend durch Auftraggeber und Planungen festgelegt werden. Im Rahmen unseres eigenen Gestaltungsspielraums engagieren wir uns dennoch aktiv: Auf unserem gemeinsamen Betriebsgelände der Esslinger AG und Barizzi AG in Brüttisellen fördern wir auf über 1‘134 m2 Magerwiese und eine vielfältige Streuobstwiese die Artenvielfalt. Magerwiesen bieten nährstoffarme, strukturreiche Lebensräume für spezialisierte Wildblumen, Insekten und Bestäuber. Streuobstwiesen schaffen durch Obstbäume und extensiv genutzte Wiesen ein Mosaik aus Nahrung, Nistplätzen und Rückzugsräumen – etwa für Vögel, Kleinsäuger und zahlreiche Insekten. Darüber hinaus ist unsere Dachfläche auf über 1‘875 m2 begrünt, um die Biodiversität und Artenvielfalt weiter zu unterstützen.

Hintergrundinformationen
Die Flächen wurden anhand der in den Plänen zu Gebäuden und Betriebsgelände ausgewiesenen Flächenangaben ermittelt und für die Berichterstattung entsprechend zusammengeführt. In den tabellarischen Angaben gemäss VSME-Standard sind lediglich die anteiligen Flächen der Esslinger AG enthalten, weitere Flächen der Barizzi AG auf dem gemeinsamen Betriebsgelände sind nicht berücksichtigt.

Wasser
Wir entnehmen Wasser überwiegend im Rahmen des üblichen Betriebs und führen dieses nach der Nutzung ordnungsgemäss wieder in den Wasserkreislauf zurück. Ein signifikanter Wasserverbrauch entsteht daraus nicht. In der Praxis wird vor allem Frischwasser genutzt , auf Baustellen beispielsweise über Hydrantenanschlüsse für Betonherstellung, Bodenverdichtung, Bohr- und Spülarbeiten sowie zur Staubbindung. Im Büro- und Werkhofbetrieb erfolgt die Entnahme über die Hausanschlüsse, etwa für Maschinenreinigung und Sanitärnutzung. Relevante gesetzliche Vorgaben, insbesondere das Gewässerschutzgesetz und die Gewässerschutzverordnung sowie weitere wasserbauliche und kantonale bzw. projektspezifische Anforderungen, werden konsequent eingehalten.
Wassermanagement auf der Baustelle
Im Fokus unseres Wassermanagements steht insbesondere der fachgerechte Umgang mit Prozesswasser auf der Baustelle. Grundlage ist das projektbezogene Entwässerungskonzept, das festlegt, welche Wasserarten anfallen und wie sie getrennt erfasst, behandelt, zwischengespeichert und abgeleitet werden. Dabei wird zum Beispiel zwischen sauberem Niederschlagswasser und alkalischem Baustellenabwasser unterschieden, um unnötige Vermischungen zu vermeiden. Belastetes Wasser wird in geeigneten Absetzbecken neutralisiert und aufbereitet. Die Einleitung erfolgt, abhängig von Qualität und Projektvorgaben, in die Schmutzwasserkanalisation, in Oberflächengewässer oder über Versickerung. Die Überwachung erfolgt durch digitale Messinstrumente, regelmässige Probeentnahmen und Sichtkontrollen. Zusätzlich prüfen interne und externe Audits die Einhaltung der Anforderungen. Bei Störereignissen wie Starkniederschlägen werden notwendige Massnahmen kurzfristig in Abstimmung mit Auftraggebern bzw. zuständigen Behörden festgelegt.
Wasserentnahme
Die Esslinger AG ist nicht in Regionen mit erhöhten Wasserrisiken (z.B. Wasserknappheit) tätig. Dies wurde im Jahr 2025 durch ein externes Fachunternehmen überprüft und bestätigt. Die Wasserentnahme wird nachfolgend getrennt nach Baustellen sowie Büro & Werkhof dargestellt. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 1‘041,5 m3 Wasser entnommen.

Hintergrundinformationen
Die Wasserentnahme wurde auf Basis vorhandener Nachweise (z.B. Abrechnungen, Zählerstände, Belege) erhoben, geprüft und plausibilisiert. Die Datensammlung erfolgte getrennt nach Büro & Werkhof sowie den einzelnen im Geschäftsjahr ausgeführten Baustellen. In den Angaben zur Wasserentnahme sind lediglich die anteiligen Entnahmen der Esslinger AG enthalten, weitere Wasserentnhamen der Barizzi AG auf dem gemeinsamen Betriebsgelände sind nicht berücksichtigt.
Kreislaufwirtschaft
Aus unserer Sicht bietet die Kreislaufwirtschaft eines der grössten Potenziale, um in der Baubranche einen messbaren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Im Tiefbau und Umbau werden jährlich grosse Mengen an Materialien bewegt: Neue Baustoffe werden eingebaut, bestehende Materialien werden wiederverwendet oder aufbereitet, und Abfälle sowie Aushubmaterialien müssen fachgerecht entsorgt bzw. verwertet werden. Für eine klare Steuerung unterscheiden wir daher zwischen Materialeinsatz und Abfallaufkommen. Beide Bereiche sind eng miteinander verbunden: Je besser Stoffströme geplant, getrennt und verwertet werden, desto geringer sind Ressourcenverbrauch, Entsorgungsaufwand und in vielen Fällen auch die damit verbundenen Emissionen.
Materialeinsatz
Beim Materialeinsatz verfolgen wir das Ziel, wo möglich sekundäre und regenerative Materialien gegenüber primären und fossilen Ressourcen zu priorisieren – ohne Abstriche bei Qualität und Sicherheit. In der Projektplanung beraten wir Auftraggeber aktiv zum Einsatz von RC-Beton und weiteren Sekundärmaterialien, sofern dies technisch sinnvoll, normkonform und im jeweiligen Projekt zulässig ist. Gleichzeitig wollen wir den Materialeinsatz insgesamt minimieren: durch präzise Bedarfsermittlung, die Vermeidung von Ausschuss sowie die Wiederverwendung von Schalungs- und Verpackungsmaterialien im Baustellenablauf. Die Langlebigkeit der eingesetzten Materialien ist ein weiterer zentraler Hebel. Sie beeinflusst, wie häufig Instandsetzungen oder Ersatzmassnahmen erforderlich werden, und reduziert langfristig sowohl den Bedarf an neuen Materialien als auch zusätzliche Umweltauswirkungen und Emissionen durch erneute Baustelleneinsätze.
Unsere wesentlichen Materialgruppen sind Beton, Kies, Asphalt und Stahl, weitere Materialien fallen mengenmässig deutlich geringer aus. Die Materialeinsätze werden intern dokumentiert, die Berichterstattung konzentriert sich jedoch auf diese wesentlichen Stoffströme. Bei Kies setzen wir bereits konsequent auf Sekundärmaterialien, und der Anteil von RC-Beton nimmt kontinuierlich zu. Gleichzeitig bleibt der Einsatz von RC-Beton in der Praxis häufig durch projektspezifische Vorgaben begrenzt, etwa in sensiblen Bereichen wie dem Grundwasserbereich. Wir verfolgen Entwicklungen laufend und prüfen Einsatzmöglichkeiten jeweils projektspezifisch.


Hintergrundinformationen
Die Materialeinsätze wurden für alle im Berichtsjahr umgesetzten Baustellen anhand der jeweils vorliegenden Nachweise (z.B. Lieferscheine, Abrechnungen) erfasst, plausibilisiert und zusammengeführt.
Abfallaufkommen
Beim Abfallmanagement setzen wir die Anforderungen der Abfallverordnung (VVEA) konsequent um. Die Abfallhierarchie „Vermeidung ⟶ Wiederverwendung ⟶ Recycling ⟶ Verwertung ⟶ Beseitigung“ ist in Baustellenorganisation und Prozesse integriert. Entscheidend ist die saubere Trennung am Entstehungsort, damit hochwertige Verwertungswege möglich sind.
Die wesentlichen Abfallmengen auf unseren Baustellen umfassen Aushub, Asphalt, Mischabbruch, Betonabbruch und Sperrgut. Ein Schwerpunkt liegt auf mineralischen Stoffströmen: Wo Qualität und projektbezogene Rahmenbedingungen es zulassen, werden ausgehobene Böden und Materialien so aufbereitet, dass sie als einsatzfähige Sekundärrohstoffe (z.B. Kies- oder Sandfraktionen) in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Auch Asphalt sowie Randsteine werden weitgehend aufbereitet und erneut genutzt. Das reduziert Deponiemengen, senkt den Bedarf an Primärrohstoffen und stärkt regionale Kreisläufe. Auf Baustellen ist das Platzangebot für getrennte Lagerung häufig begrenzt. Deshalb sind eine enge Zusammenarbeit und kurzfristige Abstimmungen mit Lieferanten und Entsorgern unerlässlich. Die Esslinger AG arbeitet daher in gebündelten Rahmenverträgen mit ausgewählten Partnern, was Qualität, Nachweisführung und Logistik unterstützt.
Auch am Standort Brüttisellen (Büro & Werkhof) werden Abfälle sortenrein getrennt und entsorgt. Hier sind insbesondere Restmüll, Papier & Karton, Batterien und PET relevant. Weitere Abfallarten werden intern dokumentiert, jedoch aufgrund geringer Mengen nicht separat in diesem Bericht ausgewiesen. Das Abfallaufkommen wird nachfolgend insgesamt sowie für die wesentlichen Abfallsorten getrennt nach Baustellen und Büro & Werkhof dargestellt.
Im Geschäftsjahr 2025 sind insgesamt 131‘327,8 t Abfall angefallen. Ein Grossteil davon entfällt auf unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial (76%). Der Anteil gefährlicher Abfälle liegt bei < 0,01% und ist auf Kleinmengen auf den Baustellen sowie Batterien und Akkumulatoren im Werkhof zurückzuführen. Die Recyclingquote über die gesamte Abfallbilanz beträgt 23,8%, da auch die unverschmutzten Aushub- und Abbruchmaterialien aus dem Tiefbau in der Schweiz häufig der Deponierung zugeführt werden. Die Recyclingquote der Summe der weiteren Abfallfraktionen liegt bei 99%.

Hintergrundinformationen
Das gesamte Abfallaufkommen sowie die wesentlichen Abfallsorten wurde getrennt für Baustellen sowie Büro & Werkhof anhand der entsprechenden
Entsorgungsbelege erhoben, ausgewertet und plausibilisiert. In den Angaben zum Abfallaufkommen sind lediglich die anteiligen Abfälle der Esslinger AG enthalten, weitere Abfälle der Barizzi AG auf dem gemeinsamen Betriebsgelände sind nicht berücksichtigt.
Verantwortung & Ausblick
Die Verantwortung für das Management von Materialien und Abfällen liegt bei der Geschäftsführung, in enger Zusammenarbeit mit der Beschaffung und den Projektleitungen. Die beschriebenen Ansätze zeigen, dass Kreislaufwirtschaft bei uns bereits heute aktiv und praxisnah umgesetzt wird. Gleichzeitig bleiben zwei Entwicklungsrichtungen zentral: die weitere Erhöhung des Anteils sekundärer Materialien sowie die Steigerung der Recyclingquote dort, wo dies technisch, regulatorisch und projektspezifisch möglich ist.
Neben der direkten Umweltwirkung (Ressourcenverbrauch, Abfallmengen) bietet Kreislaufwirtschaft auch Potenzial zur Reduktion von Treibhausgasemissionen – insbesondere in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Diese Emissionen (Scope 3) werden bei der Esslinger AG derzeit noch nicht bilanziert, erfahrungsgemäss zählen in einem Tiefbauunternehmen jedoch insbesondere die Scope-3-Kategorien „eingekaufte Waren und Dienstleistungen“, „Abfallaufkommen“ und „End-of-Life“ zu den wesentlichen Treibern der gesamten Treibhausgasbilanz. Künftige Fortschritte hängen teilweise von technischen Entwicklungen sowie von regulatorischen sowie projektspezifischen Anforderungen an Baumaterialien ab. Wir stehen hierzu im regelmässigen Austausch mit Lieferanten und Entsorgern und planen, die Erhebung relevanter Stoffströme schrittweise zu erweitern, um zusätzliche Handlungsoptionen im eigenen Einflussbereich zu identifizieren und umzusetzen.

Sozialinformationen
Für die Esslinger AG steht der Mensch im Mittelpunkt: Unsere Mitarbeitenden sind unser wichtigstes Gut und entscheidend für Qualität, Sicherheit und Verlässlichkeit in der Bauausführung. Als familiengeprägtes Unternehmen legen wir grossen Wert darauf, dass sich unsere Mitarbeitenden wohlfühlen und langfristig bei uns entwickeln können. Denn zufriedene Mitarbeitende sind nicht nur motivierter, sondern auch gesünder und tragen damit unmittelbar zu einer höheren Produktivität und stabilen Projektleistung bei. Grundlage ist für uns die konsequente Einhaltung aller relevanten regulatorischen Anforderungen und
Standards, etwa zu Mindestlohn, Arbeitszeiten und Arbeitssicherheit. Darüber hinaus bieten wir zusätzliche Mitarbeiterbenefits, investieren gezielt in die Ausbildung junger Fachkräfte und fördern eine Kultur der Beteiligung: Erfahrungen aus dem Baustellenalltag sollen in Prozesse und Entscheidungen einfliessen. Die Auszeichnung mit dem Swiss Arbeitgeber Award 2024 sehen wir als Bestätigung dieses Weges und zugleich als Ansporn, uns weiter zu verbessern.
All diese Themen werden bei uns in der Unternehmensführung verankert und im Alltag integriert gesteuert. Die Gesamtverantwortung liegt bei der Geschäftsführung, operativ unterstützt durch den HR-Bereich.
Arbeiten bei der Esslinger AG
Bei der Esslinger AG ist das Arbeiten geprägt von Wertschätzung, Vertrauen und Motivation. Als Unternehmen mit überschaubarer Grösse können wir Anliegen unserer Mitarbeitenden ohne bürokratische Umwege aufnehmen und im direkten Austausch schnell in konkrete Verbesserungen übersetzen. Für uns gilt: Wenn es um das Wohlergehen unseres Personals geht, sparen wir nicht.
Die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen und internationaler Standards ist dabei selbstverständlich; Von fairen Löhnen und Arbeitszeiten über Gleichbehandlung bis hin zur klaren Absage an Kinder- und Zwangsarbeit. Ein zentraler Schwerpunkt unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist zudem Arbeitssicherheit und Gesundheit: Der Baustellenbetrieb bringt unvermeidbare Risiken mit sich, denen wir mit wirksamen organisatorischen, technischen und persönlichen Schutzmassnahmen begegnen, um die Sicherheit und Gesundheit aller Beschäftigten zu gewährleisten. Neben sicheren und fairen Arbeitsbedingungen ist uns auch die Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden wichtig. Wie wir diese Themen im Alltag umsetzen, zeigen die folgenden Abschnitte.
Merkmale unserer Beschäftigten
Zum 31.12.2025 waren bei der Esslinger AG insgesamt 85 Personen (Kopfzahl) beschäftigt. Dies entspricht einem Zuwachs von zwei Personen gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil weiblicher Beschäftigter liegt bei 8,3% (7 Mitarbeiterinnen). Alle unserer Mitarbeitenden sind unbefristet beschäftigt. Im Berichtszeitraum haben 8 Personen das Unternehmen verlassen. Der überwiegende Anteil der Austritte ist auf natürliche Fluktuation zurückzuführen, insbesondere auf den Eintritt in den Ruhestand. Die Fluktuationsquote für das Berichtsjahr beträgt 9,4%. Alle relevanten Personalkennzahlen sind in der nachfolgenden Tabelle übersichtlich zusammengefasst.

Hintergrundinformationen
Alle Personalkennzahlen wurden zum 31. Dezember 2025 basierend auf der Kopfzahl berechnet und dargestellt. Die Angaben berücksichtigen alle Mitarbeitenden mit einem gültigen Esslinger AG-Arbeitsvertrag. Dazu gehören auch Teilzeitmitarbeitende, befristete Angestellte sowie Auszubildende. Fremdarbeitskräfte wurden nicht berücksichtigt. Die Fluktuationsquote umfasst alle Abgänge inkl. Renteneintritten im Verhältnis zum durchschnittlichen Personalbestand im Berichtsjahr.
Faire Arbeitsbedingungen & Entlohnung
Faire Arbeitsbedingungen und ein positives Arbeitsumfeld sind für uns ein zentraler Hebel, um Mitarbeitende langfristig zu binden und uns trotz Fachkräftemangel und sinkender Nachwuchszahlen im Handwerk als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen die Zufriedenheit unserer Beschäftigten auf hohem Niveau halten und kontinuierlich weiterentwickeln. Grundlage der Entlohnung ist der Landesmantelvertrag (LMV) als zentraler Gesamtarbeitsvertrag im Schweizer Baugewerbe. Er regelt verbindlich Rahmenbedingungen wie Lohn, Arbeitszeiten, Verpflegungszulagen, Reisezeit und Vorsorge. In mehreren Punkten geht der LMV über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus und schafft Transparenz und Verlässlichkeit, etwa durch klare Mindeststandards und Mechanismen zur Anpassung an die Teuerung. Der LMV deckt alle unserer Beschäftigten ab; damit trifft auf die Esslinger AG gem. VSME-Standard eine tarifvertragliche Abdeckung in Höhe von 100% zu.
Darüber hinaus investieren wir bewusst in ein Arbeitsumfeld, das Wertschätzung im Alltag spürbar macht. Dazu gehören moderne Arbeitsplätze und zeitgemässe technische Ausstattung im Büro, im Werkhof und im Baustellenbetrieb. Dies zeigt sich in funktionalen Räumlichkeiten ebenso wie in einem modernen, gepflegten Fuhrpark und einer komfortorientierten Ausstattung von Kolonnenfahrzeugen und Baumaschinen. Wo betrieblich möglich, bieten wir zudem flexible Arbeitszeitmodelle und Teilzeitlösungen an. Uns ist wichtig, dass Erholung nicht nur formal möglich ist, sondern tatsächlich stattfindet: Urlaube sollen planbar und wirksam sein, inklusive längerer Erholungsphasen sowie fixer Betriebsferien über Weihnachten und den Jahreswechsel. Insbesondere neue Mitarbeitende unterstützen wir mit einem kostenlosen Beratungsgespräch zu Themen wie Versicherung und Altersvorsorge. Verbesserungsideen aus dem Arbeitsalltag greifen wir über eine offene Fehlerkultur und aktive Mitarbeiterbeteiligung gezielt auf, damit Optimierungen nicht nur erkannt, sondern auch umgesetzt werden.
Swiss Arbeitgeber Award 2024
Der Gewinn des Swiss Arbeitgeber Award 2024 bestätigt diesen Weg. Die Auszeichnung basiert auf einer unabhängigen, umfassenden Mitarbeitendenbefragung und Zufriedenheitsanalyse über mehrere Unternehmen in der Schweiz. Die Esslinger AG hat nicht nur bei der allgemeinen Zufriedenheit hervorragend abgeschnitten, sondern auch in den Bereichen Arbeitsinhalt, Zusammenarbeit im Unternehmen, Führung und Anreize wurden sehr hohe Ergebnisse erzielt, sowohl in der Baubranche als auch branchenübergreifend deutlich über dem Durchschnittsniveau. Auf dieses Resultat sind wir besonders stolz, denn es zeigt: Faire Rahmenbedingungen, gelebte Wertschätzung und kontinu-
ierliche Verbesserungen kommen bei unseren Mitarbeitenden an und gehen für uns bewusst über das gesetzliche Mindestmass hinaus. Trotz hohem Niveau gilt für uns weiterhin: Weiterentwicklung ist Teil unseres Anspruchs. Die intern vorliegenden detaillierten Ergebnisse der Erhebung wurden daher ausführlich analysiert und weitere Handlungsfelder identifiziert, die wir in den kommenden Jahren gezielt angehen werden.

Qualifizierung und Kompetenzentwicklung
Die fachliche, technische und persönliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden ist eine wichtige Grundlage für die Qualität und Effizienz unserer Leistungen und unterstützt zugleich Ansprüche wie den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und Umwelt. Daher bieten wir allen Beschäftigten bedarfsgerechte Möglichkeiten zur Weiterbildung und verankern Lernen als festen Bestandteil des Arbeitsalltags. Weiterbildungsbedarfe und Interessen, etwa zu neuen Technologien oder veränderten Anforderungen im Baustellenbetrieb, erheben wir im Rahmen jährlicher Mitarbeiterentwicklungsgespräche. Die Gespräche mit dem Baustellenpersonal werden durch die Bauführer geführt, für Mitarbeitende im Büro und Werkhof erfolgt der Austausch persönlich durch die Geschäftsführung. Anliegen und Verbesserungsideen aus diesen Gesprächen werden strukturiert gesammelt, bewertet und priorisiert, um sie in konkrete Massnahmen und Optimierungen zu überführen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der Ausbildung junger Fachkräfte. Derzeit bilden wir insgesamt acht Lehrlinge aus. Ein Lehrling wird im Büro ausgebildet, weitere sieben Lehrlinge sind auf unseren Baustellen im Einsatz. Auch die Ergebnisse aus Mitarbeitendenbefragungen im Rahmen des Swiss Arbeitgeber Awards zeigen, dass unser Weiterbildungsangebot und die aktive Unterstützung in der Entwicklung von Kompetenzen positiv wahrgenommen werden, sowohl von jungen Mitarbeitenden als auch von Kolleginnen und Kollegen mit längerer Betriebszugehörigkeit.
Im Berichtsjahr wurden insgesamt 1‘318 Weiterbildungsstunden absolviert. Das entspricht im Durchschnitt rund drei Weiterbildungstagen pro Person.

Hintergrundinformationen
Die Weiterbildungsstunden werden pro Kopf ausgewiesen. Grundlage ist die durchschnittliche Beschäftigtenzahl im Berichtsjahr. In die Weiterbildungsstunden fliessen sowohl interne als auch externe Weiterbildungen ein. E-Learnings sind nicht berücksichtigt.
Gleichbehandlung und Verhaltensrichtlinien
Gleichbehandlung und die Achtung grundlegender Menschenrechte, insbesondere das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie der Schutz vor Diskriminierung, sind bei uns gelebte Selbstverständlichkeit. Im Zuge der Erstellung unseres ersten Nachhaltigkeitsberichts haben wir jedoch erkannt, dass wir diese Haltung künftig stärker formal absichern wollen. Für die Zukunft planen wir daher die Einführung eines verbindlichen Verhaltenskodex für alle Mitarbeitenden sowie die Umsetzung eines anonymen Beschwerde- und Hinweisgebersystems, orientiert an gängigen Standards wie der EU-Hinweisgeberrichtlinie 2019/1937. Mit den geplanten Massnahmen möchten wir unsere Prozesse an aktuelle Erwartungen anpassen, etwa durch klare Zuständigkeiten, definierte Prozessschritte und angemessene Fristen. Erste Ansätze sind bereits in der Diskussion, und wir werden künftig transparent über die Umsetzung und Erfahrungen berichten.
Bereits heute können Beschäftigte Hinweise und Bedenken jederzeit äussern, im direkten Gespräch mit Vorgesetzten, über interne Ansprechpersonen in HR oder die Geschäftsführung sowie anonym über den Briefkasten am Standort. Eingehende Hinweise werden aufgenommen, geprüft und nachverfolgt. Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine bestätigten Fälle zu Verstössen gegen Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung oder Menschenrechte aufgezeichnet.
Arbeitssicherheit und Gesundheit
Arbeitssicherheit und Gesundheit ist für die Esslinger AG ein zentraler Bestandteil der unternehmerischen Verantwortung und zugleich eines der drei Handlungsfelder unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Gleichzeitig ist das Thema in der Schweiz rechtlich klar geregelt. Grundlage bilden das Unfallversicherungsgesetz (UVG) und das Arbeitsgesetz (ArG), insbesondere die ArGV 3 sowie die ASA-Richtlinie. Für den Baustellenbetrieb gelten zusätzlich die spezifischen Anforderungen der Bauarbeitenverordnung (BauAV). Trotz moderner organisatorischer und technischer Lösungen lassen sich Risiken im Baustellenbetrieb nicht vollständig ausschliessen. Umso wichtiger sind klare Regeln, wirksame Schutzmassnahmen und ein bewusster Umgang mit Arbeitsmitteln im Alltag. Die Umsetzung steuern wir über unser Arbeitsschutz-Managementsystem nach ISO 45001.
Unser Sicherheitskonzept orientiert sich am STOP-Prinzip. Vorrang haben systematische und technische Massnahmen zur Unfall- und Krankheitsvermeidung; organisatorische und persönliche Massnahmen ergänzen dort, wo es notwendig ist. Grundlage sind regelmässige Gefährdungs- und Risikoanalysen sowie wiederkehrende Unterweisungen. Entscheidend ist die Mitwirkung aller Mitarbeitenden: Aufmerksamkeit, gegenseitige Rücksichtnahme und die konsequente Einhaltung sicherheitsrelevanter Vorgaben sind unerlässlich. Wir stellen geeignete Schutzausrüstung bereit und setzen eine strikte Helmpflicht auf allen Baustellen um. Jede Baustelle verfügt zudem über ein projektspezifisches Notfallkonzept, und auch Drittunternehmen werden zu Vorgaben und Bedingungen vor Ort instruiert. Ergänzend fördern wir Gesundheit und Prävention, etwa durch ergonomische Arbeitsplätze, gemeinsame sportliche Aktivitäten und flexible Arbeitszeiten. Zudem unterstützen wir Mitarbeitende bei Bedarf individuell, beispielsweise in der Suchtprävention oder über Care-Management nach Unfällen und längeren Erkrankungen.
Im Berichtsjahr wurden 13 meldepflichtige Arbeitsunfälle erfasst. Des Weiteren wurden zehn nicht-berufliche Unfälle erfasst. Dies entspricht einer Unfallquote von 276,1 je 1‘000 Vollzeitbeschäftigte. Damit liegen wir leicht über dem in der UVG-Statistik 2025 ausgewiesenen Durchschnittswert für den Sektor Hoch- und Tiefbau (253,5)1. In der nachfolgenden Tabelle werden die Unfallkennzahlen gemäss den Anforderungen des VSME-Standards dargestellt.

Hintergrundinformationen
Die Unfallkennzahlen wurden für den Berichtszeitraum 2025 erhoben und umfassen alle meldepflichtigen Arbeitsunfälle. Als meldepflichtig gelten arbeitsbedingte Unfälle mit mindestens einem Ausfalltag. Die Berechnung der Unfallquote (LTIR) erfolgt gemäss der Methodik des VSME-Standards nach folgender Formel: Anzahl arbeitsbedingter Unfälle im Berichtsjahr ÷ Gesamtzahl der von allen Mitarbeitenden im Jahr geleisteten Arbeitsstunden × 200,000. Die Anzahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden wurde in der Personalstatistik für das Jahr 2025 erhoben.
1) Quelle: UVG-Statistik 2025, Unfälle und Berufskrankheiten in der Schweiz, Herausgeber: Suva; https://ssuv.ch/d/publik/unfstat/pdf/Ts25.pdf
Verantwortung & Ausblick
Federführend für die Umsetzung der Arbeitssicherheit sind der externe Sicherheitsbeauftragte (SiBe) sowie die interne Kontaktperson für Arbeitssicherheit (KOPAS), die direkt an die Geschäftsführung berichtet. Auf einzelnen Baustellen wird zusätzlich durch den Auftraggeber ein externer Sicherheits- und Gesundheitskoordinator (SiGeKo) eingesetzt. Die Wirksamkeitskontrolle der in den Betriebsalltag integrierten Massnahmen erfolgt durch regelmässige Begehungen durch SiBe, KOPAS und ggf. SiGeKo sowie durch externe Audits (z.B. Behörden, Auftraggeber, Zertifizierer). Auch in den kommenden Jahren steht die stetige Optimierung und Sicherung eines hohen Niveaus im Fokus: durch kontinuierliche Weiterentwicklung, fortlaufende Sensibilisierung der Beschäftigten und die konsequente Umsetzung der etablierten Prozesse und Massnahmen.
Governance-Informationen
Für die Esslinger AG bedeutet gute Unternehmensführung, Verantwortung verlässlich wahrzunehmen und Transparenz sowie Regelkonformität im Tagesgeschäft sicherzustellen. Die Einhaltung von Gesetzen, Bewilligungen und relevanten Sorgfaltspflichten ist für uns selbstverständlich – von Umwelt- und Arbeitsschutzanforderungen bis hin zu Anforderungen an faire und integre Geschäftspraktiken. Governance schafft dabei den Rahmen, Risiken frühzeitig zu erkennen, Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen und die Umsetzung konsequent nachzuhalten.
Die Gesamtverantwortung für Governance und Risikomanagement liegt bei der Geschäftsführung, unterstützt durch die jeweiligen Managementfunktionen. So stellen wir sicher, dass Compliance, Verantwortlichkeiten und Kontrollen klar geregelt sind und die Weiterentwicklung unserer Prozesse kontinuierlich erfolgt.
Kultur & Compliance
Compliance wird bei der Esslinger AG unmittelbar durch die Geschäftsführung wahrgenommen und gemeinsam mit dem mittleren Management im Arbeitsalltag sichergestellt. Als traditionsreiches Familienunternehmen verfolgen wir den Anspruch, Bauwerke zu schaffen und zu erhalten, die langfristig Nutzen stiften. Unsere Mission „Wir bauen mit Charakter“ ist dabei eng mit einer familienorientierten Unternehmenskultur verbunden. Werte wie Integrität, Respekt, Vertrauen und Transparenz bilden das Fundament für die Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten, Behörden und weiteren Geschäftspartnern.
Die überschaubare Unternehmensgrösse ermöglicht kurze Wege und einen direkten Austausch. Dadurch werden Compliance-Themen frühzeitig adressiert, transparent kommuniziert und in Entscheidungen integriert. Gleichzeitig ist sichergestellt, dass die Geschäftsführung in wesentliche unternehmerische Entscheidungen eingebunden ist. Auch die Governance-Struktur stärkt eine wirksame Kontrolle: Durch das duale System aus Geschäftsführung und Verwaltungsrat sind Leitung und Kontrolle getrennt, wodurch bei grundlegenden Entscheidungen ein Vier-Augen-Prinzip verankert ist. Themen wie u.a. Führung, Planung, Zielverfolgung, Leistungsbewertung, Stakeholdereinbeziehung und kontinuierliche Verbesserungen sind darüber hinaus über die Normanforderungen der ISO 9001 auch in unser Qualitätsmanagementsystem integriert und stehen mindestens einmal jährlich auf dem Prüfstand.
Wie im Kapitel Gleichbehandlung und Verhaltensrichtlinien beschrieben, werden wir unsere internen Verfahren weiterentwickeln. Geplant sind die Einführung eines verbindlichen Verhaltenskodex sowie eines standardisierten Beschwerde- und Hinweisgebersystems, um Zuständigkeiten, Abläufe und Fristen klar zu definieren und unsere Prozesse an aktuelle Erwartungen anzupassen.
Korruption und Bestechung
Das Risiko von Korruption und Bestechung stufen wir insgesamt als niedrig ein. Zur Prävention bestehen dennoch klare Regeln, etwa in geregelten Einstellungsprozessen sowie im transparenten Umgang mit Spesen und Zusatzvergütungen, die nur nach Freigabe durch die Geschäftsführung erfolgen. Im Berichtsjahr 2025 gab es keine Verurteilungen wegen Verstössen gegen Gesetze zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung.
Unser Qualitätsversprechen
Qualität bedeutet für uns vor allem Zuverlässigkeit im Ergebnis und Sicherheit im Prozess. Unser Anspruch ist, Projekte so zu planen und auszuführen, dass Termine, Kosten und technische Anforderungen eingehalten werden und die Bauwerke langfristig funktionieren. Dafür setzen wir auf klare Abläufe von der Arbeitsvorbereitung über die Ausführung bis zur Abnahme, eine saubere Schnittstellenkoordination sowie eine konsequente Dokumentation der wesentlichen Schritte.
Unser Qualitätsverständnis ist eng mit Präzision und Handwerk verbunden. Gerade im Tiefbau und Umbau entscheiden Details über Dauerhaftigkeit, Sicherheit und Folgekosten. Wir arbeiten deshalb mit hohen Sorgfaltsstandards, prüfen kritische Punkte frühzeitig und lernen aus Erfahrungen, um Prozesse kontinuierlich zu verbessern. Wo es sinnvoll ist, nutzen wir moderne Technik und digitale Hilfsmittel, um Qualität messbar zu machen, Abweichungen früh zu erkennen und Nacharbeit zu vermeiden. Gleichzeitig verstehen wir Qualität ganzheitlich: Arbeitssicherheit und Umweltschutz sind keine getrennten Themen, sondern Teil einer professionellen Bauausführung. Ein qualitativ gutes Projekt ist für uns eines, das technisch überzeugt, sicher umgesetzt wird und Ressourcen verantwortungsvoll nutzt.
Dieses Qualitätsversprechen wird durch unser Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 unterstützt und im Alltag durch die Projektorganisation getragen. So schaffen wir die Grundlage für belastbare Ergebnisse, transparente Zusammenarbeit und Bauleistungen, die auch langfristig Bestand haben.
Anhang
VSME-Index
VSME-Modul mit entsprechender Verlinkung.
B1 – Grundlagen der Erstellung
B2 – Praktiken, Politiken und zukünftige Initiativen für den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft
Unternehmensportrait
Unsere Zertifizierungen
Nachhaltigkeitsstrategie
B3 – Energie und Treibhausgasemissionen
B4 – Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden
Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden
B5 – Biologische Vielfalt
B6 – Wasser
B7 – Ressourcennutzung, Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement
B8 – Arbeitskräfte – Allgemeine Merkmale
Merkmale unserer Beschäftigten
B9 – Arbeitskräfte – Gesundheit und Sicherheit
Arbeitssicherheit & Gesundheit
B10 – Arbeitskräfte – Entlohnung, Tarifverhandlungen und Ausbildung
Faire Arbeitsbedingungen & Entlohnung
Qualifizierung & Kompetenzentwicklung
B11 – Verurteilungen und Geldstrafen wegen Korruption und Bestechung
C1 – Strategie: Geschäftsmodell und Nachhaltigkeit – Verwandte Initiativen
Nicht relevant
C2 – Beschreibung von Praktiken, Strategien und künftigen Initiativen für den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft
Nicht relevant
Berücksichtigung bei der Berichterstattung über Treibhausgasemissionen unter B3 – Scope 3 Emissionen
Nicht relevant
C3 – Treibhausgasreduktionsziele und Klimawandel
C4 – Klimarisiken
C5 – Zusätzliche (allgemeine) Merkmale der Arbeitskräfte
Nicht relevant
C6 – Zusätzliche Informationen für die eigene Belegschaft – Menschenrechtspolitik und -prozesse
Gleichbehandlung & Verhaltensrichtlinien
C7 – Schwerwiegende negative Vorfälle im Bereich der Menschenrechte
Nicht relevant
C8 – Einnahmen aus bestimmten Sektoren und Ausschluss von den EU-Referenzbenchmarks
Nicht relevant
C9 – Geschlechtervielfalt in den Leitungsorganen
Nicht relevant
Wir sind immer auf der Suche nach motivierten Talenten!
Bei der Esslinger AG steht der Mensch im Mittelpunkt. Ob Lernende, Berufseinsteiger oder erfahrene Fachkräfte.






